Episode 29: ,,Als wär’s ein Stück von mir“ – Carl Zuckmayer
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Krieg, Flucht, Migration, Heimat, Verleugnung, das sind die Schlagwörter unseres heutigen Podcasts. Wir folgen den Spuren von Carl Zuckmayer in seinem Jahrhundertroman: „Als wär’s ein Stück von mir“. Zuckmayer spannt einen weiten Bogen vom Ende des 19. Jahrhunderts über die beiden großen Kriege hinweg und führt den Roman schließlich bis ins Jahr 1966, wo er im schweizerischen Saas-Fee seinen Abschluss findet.
Offen schreibt er über seine Kriegseuphorie im Alter von 18 Jahren und auch über die danach eingetretene Ernüchterung. Es folgen die 1920er-Jahre in Berlin, wo er als gefeierter und angesehener Bühnenschriftsteller große Erfolge errang. Er schildert ein paradiesisches Leben auf dem Land in Österreich nahe von Salzburg. Dann kommt der Verlust der Heimat, die es nie mehr in dieser Form geben wird. Im Text suchen wir nach Spuren der Traumatisierung und finden sehr viel Resilienz. Es schleichen sich aber vermutlich Verleugnung und Verdrängung ein. So habe ich den von mir (BR) mehrmals gelesenen Roman erst jetzt 2026 nachträglich zu verstehen begonnen...und jetzt endlich auch das Trauma gefunden: „eine Kugel kam geflogen. Gilts mir oder gilt es Dir? Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, als wär’s ein Stück von mir“.
Und wir erkennen, wie unglaublich aktuell dieser exakt 60 Jahre alte Roman ist und was uns eben gerade ältere Generationen in ihren Geschichten und Narrativen zu erzählen haben! Warum lassen sich die Wiederholungen nicht verhindern?
Website IPPK: https://ippk.de/
Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse
Staffel 3
Sprecher:innen: Lena Barth & Barbara Rüttner Götzmann
Producer: Jackson Gatlin Crawford