E19 Archäologie in Ägypten: Weg vom Gold der Pharaonen hin zum Leben der einfachen Menschen: Talk mit Irene Forstner-Müller
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Wie lebten die einfachen Menschen im Alten Ägypten? Das ist der Forschungsschwerpunkt von Irene Forstner‑Müller, er Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo. Sie erforscht seit Jahrzehnten Siedlungsarchäologie in Tell el‑Daba (im Osten des Nildeltas) und Kom Ombo (Süden) betreibt. Sie beschreibt interdisziplinäre Prospektionsmethoden — Magnetometer, Bodenradar, Bohrungen und geomorphologische Analysen — die Ausgraben zielgerichteter und wissenschaftlicher machen. Neuere Technologien wie Structure‑from‑Motion‑3D‑Scanning (mit LiDAR‑fähigen Smartphones) erlauben detailreiche Modelle von Gebäuden, Speicheranlagen und Keramik. Die Forschung fand umfangreiche Getreidespeicher und Verteilungsanlagen, die auf regional organisierte Vorratssysteme und Verwaltung in Krisenzeiten hinweisen. Durch Tierknochenanalysen, Mumienbefunde und physische Anthropologie lassen sich Ernährungsweisen (Brot, Bier, Fisch) aber auch soziale Unterschiede bei der Ernährung nachweisen und Krankheiten rekonstruieren. Forstner‑Müller berichtet auch, wie migrantische Gruppen aus der Levante in ägyptische Städte integriert waren: im Alltag ägyptisiert, in Gräbern oft kulturspezifische Bestattungsformen bewahrend.
Produktion: Manuel Correa, Martin Druml
2. Sprecher: Fabio Poli
Musik: Nour Ashour
Grafic Design des Logos: Mona Henry