『Die Büchersammlerin』のカバーアート

Die Büchersammlerin

Die Büchersammlerin

著者: Valerie Wagner
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概要

Ein Podcast zwischen Buchkritik und Autor:innen-Gespräch2025 - 2026 Valerie Wagner アート 文学史・文学批評 社会科学
エピソード
  • Machtmissbrauch und Manipulation: Toxic Tantra von Christiane Hawranek und Katja Paysen-Petersen
    2026/04/26
    Wenn ich an Yoga denke, denke ich an ruhige Musik, Kerzenlicht und einen Moment für sich selbst. Doch im Sachbuch „Toxic Tantra – Machtmissbrauch und Manipulation im Yoga" geht es um Yoga-Probestunden, Handouts mit der Aufschrift „Attention: secret information", abgenommene Pässe, Verschwiegenheitserklärungen – und am Ende Frauen, die ohne Wissen, wohin sie gebracht wurden, Entscheidungen treffen müssen, aus denen sie keinen Ausweg sehen. Für meine neueste Folge habe ich mit Christiane Havranek gesprochen. Sie ist Investigativreporterin beim Bayerischen Rundfunk und Co-Autorin des Buches. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Katja Paysen-Petersen hat sie ein Werk geschaffen, das sich liest wie ein Thriller, aber leider nicht erfunden ist. Die Autorinnen erzählten den ersten Teil der Geschichte zuerst als achtteiligen Serie für den Podcast „Seelenfänger“ (Staffel 4, ARD). Die Journalistinnen hörten danach nicht auf zu recherchieren. Was als deutscher Fall begann, entpuppte sich als weltweites Netzwerk: eine Yoga-Bewegung in rund 30 Ländern mit schätzungsweise 40.000 Anhängerinnen und Anhängern, an deren Spitze ein Guru steht, der sich aus Hinduismus, Buddhismus, Engeln, Dämonen und Katholizismus seine eigene Lehre gebaut hat und der sich aktuell in Untersuchungshaft befindet. Es gilt die Unschuldsvermutung. Sie kommen aus Deutschland, Frankreich, Rumänien, Tschechien, Dänemark, Großbritannien und vielen weiteren Ländern. Hinweise und Erzählungen von Frauen, die mutmaßlich einem Guru zugeführt wurden. In ihrem Sachbuch erzählen die Autorinnen von vier Protagonisten: Lilly, Melinda, Azrael – die es rausgeschafft haben. Und Ida die immer noch der Bewegung angehört. Über die Autorinnen Christiane Hawranek (Foto: Julia Knoblauch) Zu Gast in dieser Folge ist Christiane Hawranek. Sie ist Investigativ-Reporterin bei BR Recherche und Autorin von Dokus und Podcasts für den BR und die ARD. Sie hat sich auf gesellschaftlich bsonders sensible Themen spezialisiert und mehrere Preise gewonnen. Außerdem war sie für den für den Deutschen Radiopreis nominiert. In ihren Arbeiten deckt sie immer wieder Missstände auf – etwa im Gesundheitswesen oder im Umgang mit besonders schutzbedürftigen Gruppen. Ihre Recherchen reichen von illegalen Praktiken im Medizintourismus bis hin zur Aufarbeitung historischer Fälle, in denen etwa Heimkinder ohne Einwilligung medizinischen Tests ausgesetzt waren. Ihr Wissen gibt sie als Dozentin für Recherche und investigatives Storytelling weiter. Sie lebt mit ihrer Familie in München und durchquert gerne schwimmend Seen. Katja Paysen-Petersen arbeitet als Journalistin fürs Storyteam des Bayerischen Rundfunks. Sie ist Reporterin, Autorin und Host von Storytelling-Podcasts wie Entführt – der Fall Ursula Herrmann oder Seelenfänger und arbeitet als dramaturgische Beraterin. Ihren Kindern liest sie gerne Geschichten vor und staunt, womit sie sich fesseln lassen. Christiane Hawranek und Katja Paysen-Petersen (Foto: Julia Knoblauch) Themen dieser Folge Wie Manipulation beginnt – und warum man es erst merkt, wenn man schon mittendrin ist Was Tantra-Yoga wirklich ist und was daraus gemacht wurde Die Konfrontation einer Beteiligten Warum in Deutschland Ermittlungen eingestellt wurden – und was Frankreich anders macht Was Angehörige tun können und was sie lieber lassen sollten Wie man als Investigativjournalistin Menschen konfrontiert Christiane liest außerdem aus dem Buch eine Szene, die ich so schnell nicht vergessen werde. Shownotes 06:56 Herzlich willkommen Christiane Hawranek08:30 Zur Folge mit Vera Zischke "Ava liebt noch"14:00 Toxic Tantra: Machtmissbrauch und Manipulation im Yoga15:54 Was ist Tantra Yoga?21:18 Warum noch ein Buch zum Thema Toxic Tantra?24:58 Was kam nicht ins Buch?25:28 Bei Verdachtsbrerichterstattung immer die juristische Sicht26:19 Die erste RED FLAG!27:07 Geheimnisse …27:34 Eine Green Flag: man weiß vorher worauf man sich einlässt32:51 Die Konfrontation36:01 Intuition wird abtrainiert38:33 Kontakt halten und nicht dagegenreden40:38 Eine Seite aus Toxic Tantra45:27 Wie kam es zu den Protagonisten?52:07 In Deutschland ist Manipulation kein Straftatbestand52:39 Mehr Infos in der französischen Zeitung Libérations 53:25 Wäre das Thema auch als Roman umsetzbar gewesen?54:33 Ist ein weiteres Buch geplant?55:07 Welche Fanfiction wäre für Toxic Tantra denkbar?57:05 Welche Buchempfehlungen hat Christiane dabei?57:33 Die Routinen von Son Lewandowski, erschienen bei Klett-Cotta57:54 Love addict von Kate Davies erschienen bei S. Fischer "Toxic Tantra: Machtmissbrauch und Manipulation im Yoga" von Christiane Hawranek und Katja Paysen-Petersen Verlag: Econ (Ullstein)Seitenanzahl: 336 SeitenISBN: 978-3-430-21206-9Erscheinungstag: 30.10.2025 Affiliate-Links*: Hardcover Amazon | medimops Bücher | Genial lokal eBook Amazon | Genial lokal Genannte Buchempfehlungen Verlag: Klett-CottaSeitenanzahl: 276 SeitenISBN: 978-3-608-96716-...
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    1 時間 1 分
  • 20.000 Elefanten in Berlin: Das Geschenk von Gaea Schoeters, übersetzt von Lisa Mensing
    2026/03/29
    Was geschieht, wenn 20.000 Elefanten plötzlich durch Berlin spazieren? Diese scheinbar absurde Frage ist der Ausgangspunkt für Gaea Schoeters brillante Politsatire "Das Geschenk“. Ein Roman, der auf einer tatsächlich stattgefundenen diplomatischen Provokation basiert. Im April 2024 bot der botswanische Präsident Mokgweetsi Masisi Deutschland 20.000 Elefanten an (-> YouTube-Video zur Meldung). Der Grund: Deutschland wollte die EU-Einfuhrbeschränkungen für Jagdtrophäen verschärfen. Die damalige Umweltministerin Steffi Lemke von den Grünen befürwortete weitere Restriktionen zum Schutz der Elefanten. Doch in Botswana sah man das anders. Das Land hat ein Elefantenproblem. Allerdings anders, als man im Westen denkt. Zu viele Elefanten verursachen massive Konflikte zwischen den Großtieren und den Bauern vor Ort. Die Bedingung des Präsidenten war klar: Die Elefanten müssen frei in Berlin herumlaufen können. Eine perfekte Provokation, die die Widersprüche westlicher Moralpolitik entlarvt. Belgiens Parlament verabschiedete im Januar 2024 einstimmig ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen. Auch Frankreich und Finnland haben Verbote für bestimmte Tierarten erlassen (Quelle: humaneworld.org). In Deutschland gilt bis heute kein Verbot, aber strenge Regeln (Quelle: bfn.de). Literarische Brillanz auf 140 Seiten Gaea Schoeters verwandelt diese reale Begebenheit in eine messerscharfe Satire. In ihrem kompakten Roman von 144 Seiten lässt sie die Dickhäuter in Berlin auftauchen. Sie baden in der Spree, durchstreifen den Tiergarten und verursachen Verkehrschaos. Bundeskanzler Hans-Christian Winkler steht vor einem unlösbaren Problem: Zunächst sind es 38 Elefanten, dann 55 – von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Politische Satire trifft auf menschliche Abgründe "Das Geschenk" ist mehr als eine unterhaltsame Satire. Es ist eine Parabel über die Widersprüche westlicher Moral und kolonialer Denkstrukturen. Die gut gemeinte Umweltpolitik Deutschlands entpuppt sich als eurozentristische Bevormundung, die die realen Probleme der Menschen vor Ort ignoriert. Gaea Schoeters zeigt, wie schnell moralische Überlegenheit in Absurdität umschlägt, wenn man mit den Konsequenzen der eigenen Politik konfrontiert wird. Die Elefanten in Berlin sind nicht nur ein groteskes Bild, sie sind ein Spiegel, der die Heuchelei und Doppelmoral europäischer Politik schonungslos reflektiert. Die Kunst der Übersetzung: Lyonerwurst im Kaffee Besonders spannend sind die Einblicke in den Übersetzungsprozess. Ein Detail zeigt exemplarisch die kulturellen Herausforderungen: In der Originalversion tunkt eine Figur ihr Brötchen mit Lyonerwurst in ihren Kaffee. Lisa Mensing rief sofort an: "Das geht überhaupt nicht. Kein einziger Deutscher tunkt Wurst im Kaffee." Doch Gaea Schoeters hatte einen guten Grund für diese Szene. In Belgien machen das vor allem Arbeiter auf Baustellen, und sie wollte damit andeuten, aus welchem sozialen Hintergrund die Figur stammt. Autorin und Übersetzerin brainstormten länger als einen Tag, um eine kulturell passende Alternative zu finden, die die gleiche Bedeutung transportiert. Elefanten mit allen Sinnen erfassen Die Beschreibungen der Elefanten sind von beeindruckender Präzision. Gaea verrät ihr Geheimnis: Sie schaut sich YouTube-Videos an, weil man dort mehr Details sieht als in der Realität. Man kann pausieren, vergrößern, Details mehrfach anschauen. Während sie diese Bilder studiert, entsteht gleichzeitig die Geschichte. Das Beobachten als Recherche triggert in ihrem Kopf, was passiert – beides gehört zusammen. Ein Beispiel aus dem Buch zeigt diese Detailliebe: Der Elefant am Flussufer, der zögerlich mit der Rüsselspitze das ungewohnt kalte Wasser prüft, unbehaglich die Ohren rotieren lässt, gierig trinkt und dabei die Augen genüsslich schließt. Die aufgehende Sonne färbt das Tier gelb-grau ein, Wassertropfen glitzern im Sonnenlicht. Ein Film, der beim Lesen im Kopf abläuft. Fazit zu "Das Geschenk" "Das Geschenk" ist ein kleines literarisches Juwel, das mit nur 140 Seiten mehr bewirkt als mancher Wälzer. Schoeters gelingt es, eine komplexe politische Debatte in eine unterhaltsame, absurde und doch tiefgründige Geschichte zu verwandeln. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig herrlich unterhält. Über die Autorin: Gaea Schoeters Gaea Schoeters (c) Sebastien Van Malleghem Gaea Schoeters, ist 1976 geboren und eine flämische Autorin, Journalistin, ausgebildete Dolmetscherin und Drehbuchautorin. Sie ist Teil des niederländisch-flämischen Kollektivs Fixdit, einer Vereinigung von zwölf Autorinnen, die sich für mehr Gleichberechtigung in der Literaturbranche einsetzt. Als klar war, dass ihr Roman ins Deutsche übersetzt werden würde, lernte Schoeters Deutsch, um Lesungen und Interviews auf Deutsch halten zu können. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. Sabam ist die belgische Gesellschaft der Urheber, Komponisten und ...
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    23 分
  • Eine unangenehme Hauptfigur: Trophäe von Gaea Schoeters, übersetzt von Lisa Mensing
    2026/02/22
    In dieser Folge von "Die Büchersammlerin" spreche ich mit der flämischen Autorin Gaea Schoeters und der Übersetzerin Lisa Mensing über den Roman "Trophäe" – ein Buch, das verstört, fasziniert und nicht loslässt. Hunter White, ein wohlhabender amerikanischer Jäger, reist nach Afrika, um das letzte Tier seiner "Big Five" zu erlegen: ein Nashorn. Doch als ihm Wilderer zuvorkommen, macht ihm sein Jagdführer ein unmoralisches Angebot: die "Big Six". Was folgt, ist eine literarische Auseinandersetzung mit Neokolonialismus, Machtstrukturen und der Frage: Wie weit geht Entmenschlichung? Die Autorin hat mit Hunter White bewusst eine zutiefst unsympathische Hauptfigur geschaffen. Warum? Weil sie eine Schwäche für unangenehme Charaktere hat, wie sie im Podcast-Gespräch erklärt. Es geht ihr darum, Menschen zu verstehen, die komplett anders sind als sie selbst. Selbst mit jemandem wie Hunter White versucht sie, etwas Gemeinsames zu finden; seine aufrichtige Liebe zur Natur zum Beispiel, um von dort aus ein Gespräch zu beginnen. Neokolonialismus als Botschaft Was "Trophäe" so kraftvoll macht, ist nicht nur die Geschichte selbst, sondern die Botschaft. Gaea beschreibt den modernen Neokolonialismus: Afrika als Vergnügungspark für reiche westliche Jäger, die sich einreden, durch ihre teuren Jagdlizenzen Artenschutz und den Bau von Schulen zu finanzieren. Die Autorin zeigt die fortbestehenden Abhängigkeitsverhältnisse zwischen ehemaligen Kolonialmächten und den Ländern des globalen Südens. Die Inspiration für das Buch kam von zwei Quellen: einem Foto des englischen Fotografen David Chancellor, das einen Jäger in seinem Trophäenraum zeigt, mit einem kleinen schwarzen Jungen im Vordergrund, den Schoeters für einen Moment für ausgestopft hielt. Die zweite Quelle war ein Zeitungsartikel über ein indigenes Volk in Botswana, das gezwungen wurde, sein Heimatdorf zu verlassen, und später "reintegriert" wurde, um das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Diese Wortwahl wird normalerweise für Tiere verwendet und machte deutlich, wie Menschen mit demselben Blick betrachtet werden wie Wildtiere. Ein verdichteter Schreibstil Besonders bemerkenswert ist der Schreibstil von Gaea Schoeters. Kein Wort, kein Satz ist zu viel. Alles ist auf den Punkt formuliert, verdichtet. Lisa Mensing, die das Buch aus dem Niederländischen übertragen hat, musste besonders an der Syntax arbeiten. Die langen, verschachtelten Sätze erforderten viel Feingefühl, um sie ins Deutsche zu übersetzen, ohne den Rhythmus und die Pointen zu verlieren. Lisa legt besonderen Wert darauf, dass ihre Übersetzungen nicht als solche erkennbar sind, sondern für deutsche Leser flüssig lesbar. Bei "Trophäe" bedeutete das, Nebensätze zu verschieben, die Struktur zu verändern und dabei den Stil des Originals beizubehalten. Ein besonderes Highlight: das Wort "zuckeln", das Gaea zu ihren Lieblingswörtern in der deutschen Übersetzung zählt. Der kreative Prozess An "Trophäe" hat Gaea Schoeters etwa sieben Jahre gearbeitet. Dieser Prozess begann nicht mit dem Schreiben, sondern mit Recherche und dem Kennenlernen der Figuren. Sie führte Gespräche mit ihren Charakteren über Dinge, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben – über Schulzeit, wie sie ihre Partner kennengelernt haben, was sie in ihrer Freizeit machen. Erst wenn sich in ihrem Kopf ein kompletter Film entwickelt hat, setzt sie sich hin und schreibt diesen Film auf. Gaea lernte, nachdem klar war, dass ihr Roman ins Deutsche übersetzt werden würde, extra Deutsch, um Lesungen und Interviews in der Sprache halten zu können. "Trophäe" erhielt den belgischen Literaturpreis "Sabam for Culture". Fazit zu Trophäe "Trophäe" ist ein Buch, das gefallen wird, wenn man Geschichten mit Tiefgang mag und bereit ist, sich auch außerhalb der Lektüre mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen. Es bringt einen dazu, über Kolonialismus, Neokolonialismus und die Jagd nachzudenken. Es ist unbequem, verstörend und gleichzeitig brillant geschrieben. Das Gespräch mit Gaea Schoeters und Lisa Mensing zeigt, wie viel Arbeit, Reflexion und Handwerk in einem solchen Werk stecken. Es ist eine Meisterleistung der Autorin und eine ebenso beeindruckende Leistung der Übersetzerin, die diese Geschichte für deutschsprachige Leser zugänglich gemacht hat. Über die Autorin: Gaea Schoeters Gaea Schoeters (c) Sebastien Van Malleghem Gaea Schoeters, ist 1976 geboren und eine flämische Autorin, Journalistin, ausgebildete Dolmetscherin und Drehbuchautorin. Sie ist Teil des niederländisch-flämischen Kollektivs Fixdit, einer Vereinigung von zwölf Autorinnen, die sich für mehr Gleichberechtigung in der Literaturbranche einsetzt. Als klar war, dass ihr Roman ins Deutsche übersetzt werden würde, lernte Schoeters Deutsch, um Lesungen und Interviews auf Deutsch halten zu können. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. Sabam ist die ...
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    28 分
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