Der Mensch als Beziehungsgeschöpf
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Was, wenn die vielen Krisen unserer Zeit – vom Klimawandel bis zum dramatischen Verlust der Artenvielfalt – Ausdruck einer viel tieferen Umbruchphase sind: dem Ende der Epoche des Individuums? In dieser Folge folgen wir dem Systemtherapeuten Wilhelm Rotthaus auf eine Spurensuche, die im 11. und 12. Jahrhundert beginnt, als der westliche Mensch die Idee des Individuums „erfand" und sich Schritt für Schritt aus seinem Beziehungsnetz zur lebenden und nicht lebenden Umwelt löste. Rotthaus zeigt, warum genau dieses Selbstbild heute an seine Grenzen stößt – und entwirft die Vision eines Menschen, der sich wieder als Beziehungsgeschöpf begreift. Ein anregender Impuls für Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und alle, die verstehen möchten, wie sehr unser Menschenbild Gesellschaft, Gesundheit und die therapeutische Arbeit prägt.
Quelle: Rotthaus W. Der Mensch als Beziehungsgeschöpf – Visionen am Ende der Epoche des Individuums. PiD – Psychotherapie im Dialog 2024; 25: 17–22. DOI: 10.1055/a-2192-1096