Das ewige Kindsein: Warum die Boomer-Generation den Platz nicht räumt
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概要
Sich über Boomer oder alte weiße Männer lustig zu machen, ist eigentlich ein alter Hut – fast so alt wie die Zielgruppe selbst. Das Thema ist im Grunde genommen „durch“, und das sage ich nicht nur, weil ich selbst langsam in die Riege der älteren Herren aufsteige. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf YouTube bereits genug Material dazu geliefert habe. Doch in dieser Folge der „Zu Spät Show“ geht es nicht um bloßen Spott. Wir müssen über ein tieferliegendes Problem sprechen: Unsere Gesellschaft wird zu alt. Dass wir Krankheiten heilen und länger gesund bleiben, ist für das Individuum fantastisch, aber für das gesellschaftliche Gefüge gravierend. Wenn die Menschen immer älter werden, rückt die nächste Generation niemals nach. Wir haben heute 50- oder 60-Jährige, die faktisch immer noch das „Kind von jemandem“ sind, weil die Eltern ihre Posten und ihre Verantwortung nicht aufgeben.
Wenn Erben zur einzigen Karriereoption wirdDas Resultat dieser Entwicklung ist eine bizarre Verzögerung der Reife. Wer erst mit 60 wirklich Verantwortung übernehmen kann, weil die Eltern erst dann das Zeitliche segnen, ist zu diesem Zeitpunkt oft schon selbst auf dem Sprung in die Pension. Wir haben eine Generation von „alten Weisen“, die nie die Chance hatten, aktiv und gestaltend am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bevor sie selbst zum Kostenpunkt im Budget wurden. Sie übernehmen die Verantwortung über das Erbe oder politische Rollen zu einem Zeitpunkt, an dem sie eigentlich schon den Leichenschmaus planen sollten. Diese Überzeichnung hat einen wahren Kern: Die Posten bleiben besetzt, die Jungen können nicht nachrücken, und die Gesellschaft erstarrt in einer Warteposition auf das Unvermeidliche.
Das demokratische Dilemma der grauen MehrheitDazu kommt ein massives demokratisches Problem. Da die ältere Generation zahlenmäßig überlegen ist, besitzt sie ein politisches Gewicht, das jede Veränderung im Keim ersticken kann. In einer Demokratie, in der die Stimmstärksten bestimmen, wird niemals gegen die Interessen der Alten entschieden. Die Konsequenzen dieses Stillstands müssen jedoch die wenigen Jungen ausbaden, die es noch gibt. Satirisch könnte man jetzt fordern, mit 75 den Stecker zu ziehen – ein Gedanke, der uns zwar Milliarden sparen würde, aber leider an diesen lästigen Menschenrechten scheitert. Auch die Idee, alle über 75 auf eine warme Insel auszulagern – eine Art „Australien für Senioren“ –, wird bereits von vielen freiwillig in Thailand oder auf Gran Canaria praktiziert. Doch solange die Briefwahl existiert, regieren sie aus dem Liegestuhl heraus munter weiter in die Zukunft derer hinein, die noch Jahrzehnte vor sich haben.
Wahlrecht mit Ablaufdatum: Ein Ausweg aus der Sackgasse?Vielleicht ist die Lösung nicht das Ende des Lebens, sondern das Ende des Stimmrechts. Wenn wir sagen, dass man erst ab 16 oder 18 reif genug zum Wählen ist, warum sagen wir nicht auch, dass ab 75 Schluss ist? Wenn der Mensch sich biologisch gesehen wieder zum Kind entwickelt, die Orientierung verliert und nur noch Breinahrung zu sich nimmt, warum sollte er dann über die Klimapolitik des nächsten Jahrhunderts entscheiden? Es ist unwahrscheinlich, dass die Jungen es besser machen würden – sie würden vermutlich einen ganz anderen „Schaß“ wählen –, aber sie wären wenigstens selbst schuld daran. Doch in einer Gesellschaft, in der die Alten die Mehrheit stellen, wird sich niemand selbst entmachten. So bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als auf den biologischen Wechsel zu warten. Ein optimistischer Einstieg in die Zukunft sieht anders aus, aber bis dahin heißt es wohl: Abwarten, Tee trinken und hoffen, dass man die Verantwortung nicht erst dann bekommt, wenn man sie selbst nicht mehr buchstabieren kann.
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