エピソード

  • Kartellrecht im Umbau – was steckt in der 12. GWB-Novelle? (Mit Thorsten Käseberg)
    2026/06/27

    Fußball-WM oder GWB-Novelle? Beides. Bevor es juristisch wird, klären Rupprecht Podszun und Justus Haucap mit ihrem Gast Dr. Thorsten Käseberg erst einmal die wichtigste Frage des Sommers: Wer holt den Titel? Danach geht es allerdings um den eigentlichen Favoriten der Folge – den Referentenentwurf zur 12. GWB-Novelle.

    Käseberg, im Bundeswirtschaftsministerium federführend für das Kartellrecht zuständig, erklärt die wichtigsten Änderungen des Entwurfs. Im Mittelpunkt stehen die Reform der Fusionskontrolle, höhere Umsatzschwellen, die Zukunft der Transaktionswertschwelle, ein neues Anzeigeverfahren, das Vergabe-Screening sowie Änderungen im Verfahrensrecht. Und natürlich stellen Haucap und Podszun auch eine Frage, die die Kartellrechtsszene derzeit beschäftigt: Wie läuft eigentlich die Suche nach der Nachfolge von Andreas Mundt? Nicht jede Frage wird beantwortet, aber die Hörer erfahren, warum die Amtszeit von Präsidentinnen und Präsidenten des Bundeskartellamts künftig begrenzt werden soll.

    Außerdem geht es um Kooperationen von Medienunternehmen - mehr Freiheiten für Rundfunk und Presse? Zum Schluss richtet sich der Blick nach Brüssel: Wie bewertet die Bundesregierung den Entwurf der neuen EU Merger Guidelines – und welche Punkte finden sich darin bereits aus deutscher Sicht wieder?

    Und weil jede gute Gesetzesreform auch Lieblingsparagraphen haben darf, verrät Käseberg am Ende noch, welche Neuerung ihm im Entwurf am besten gefällt.


    Weitere Hinweise

    ​ GWB-Novelle

    EU Merger Guidelines


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    55 分
  • Der Tankrabatt, die FIFA und andere Marktversagen
    2026/06/19

    Rupprecht Podszun erwischt Justus Haucap am Flughafen – und spricht mit ihm über einen neuen Policy Brief der Monopolkommission zum Tankrabatt. Das Ergebnis überrascht den Ökonomen wenig: Von den 17 Cent Steuersenkung pro Liter wurden im Durchschnitt 15 bis 16 Cent an die Verbraucher weitergegeben.

    Interessanter sind die regionalen Unterschiede. Dort, wo aufden vorgelagerten Marktstufen weniger Wettbewerb herrscht, blieb auch mehr vom Tankrabatt hängen. Die Empfehlung der Monopolkommission: weniger Diskussionenüber Preistransparenz, mehr Fokus auf strukturelle Wettbewerbsprobleme.

    Außerdem erklärt Haucap den Schweinezyklus – und warum nicht jede Preisbewegung gleich ein Fall fürs Kartellamt ist.

    Und weil Fußball derzeit unvermeidlich ist: Die FIFA liefertmit ihren WM-Ticketpreisen ein Lehrbuchbeispiel dafür, dass selbst Monopolisten nicht immer die richtigen Preise finden.

    Weitere Hinweise

    Policy Brief der Monopolkommission (2026), Auslaufen des Tankrabatts richtig – nun die strukturelle Untersuchung der Raffinerie- und Großhandelsebene konsequent fortsetzen


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    32 分
  • Big Tech, DMA und Industriepolitik – die Debatte der SCiDA-Konferenz
    2026/06/05

    Rupprecht Podszun und Justus Haucap blicken auf die SCiDA-Konferenz in Düsseldorf und eine bemerkenswerte Diagnose von Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt: Das Kartellrecht könne gegen die großen Plattformen zu wenig ausrichten.

    Die Diagnose wirft eine grundsätzliche Frage auf: Reicht Kartellrechtsdurchsetzung gegen Big Tech überhaupt noch aus – oder braucht es inzwischen Regulierung? Doch selbst damit ist die Debatte nicht beendet. Auch der Digital Markets Act (DMA) gilt vielen nicht als Patentlösung. Hilft die private Rechtsdurchsetzung? Die Diskussion führt schnell über das Recht hinaus in Richtung Industriepolitik. Braucht Europa weniger Verfahren und mehr eigene Champions? Dazu passt das zweite Thema der Folge: das neue Tech-Paket der EU. Die Idee dahinter ist einfach: Europa soll seine Nachfrage strategischer einsetzen. Rechenzentren, Cloud-Dienste, Chips - die ganze digitale Infrastruktur "made in Europe"? Der "Staat als Ankerkunde" ist ein Konzept dafür. Für Wettbewerbsfans ist das zunächst ein ungewohnter Gedanke. „Buy European“ klingt schließlich nicht nach klassischem Leistungswettbewerb. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob europäische Wettbewerber ohne solche Impulse überhaupt eine Chance haben, sich gegen die etablierten Tech-Giganten zu entfalten.

    Die Debatte berührt damit eine Grundsatzfrage: Soll Wettbewerbspolitik Märkte nur offenhalten – oder auch aktiv dazu beitragen, neue Wettbewerber entstehen zu lassen?

    Außerdem in der Folge: Auf welchen Gatekeeper würde Justus Haucap seine Altersvorsorge setzen? Und in welchem Bereich die Deutsche Bahn tatsächlich erstaunlich erfolgreich ist.

    Weitere Hinweise

    Franck, J. U., M. Peitz (2026), Stille Triebkraft wirtschaftlichen Erfolgs, Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.)

    Blog-Reports von derKonferenz zu "Shaping Competition in the Digital Age (SCiDA)"

    Tag 1

    Tag 2

    Europäische Kommission (2026), Kommission schlägt Paket zur technologischen Souveränität zur Stärkung der digitalen Autonomie und Resilienz Europas vor



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    43 分
  • Neue EU Merger Guidelines – großer Wurf für die Fusionskontrolle?
    2026/05/22

    Rupprecht Podszun und Justus Haucap diskutieren in dieser Folge den Entwurf der neuen EU Merger Guidelines. Der erste Eindruck der beiden fällt überraschend positiv aus: modern, gut formuliert und ein spannender Einblick in die künftige Wettbewerbspolitik der Europäischen Kommission. Gerade nach dem „Mission Letter“ von Ursula von der Leyen hatte Haucap deutlich Schlimmeres erwartet. Aber die geplanten Leitlinien greifen auch weit aus: Künftig sollen Souveränität, Resilienz, Nachhaltigkeit, Arbeitsmarkt bei der Prüfung von Zusammenschlüssen eine Rolle spielen – oder doch nicht? Wenn zu viele Ziele gleichzeitig verfolgt werden, drohe die Fusionskontrolle überfrachtet zu werden, mahnt Ökonom Haucap. Positiv bewerten beide dagegen die stärkere Betonung von Innovationswirkungen. Gerade Haucap begrüßt ausdrücklich, dass Innovation nicht mehr nur Randthema ist. Für ihn wäre das sogar der logische Ausgangspunkt der gesamten Leitlinien gewesen – noch vor Fragen von Größe und Marktmacht. Denn gerade in dynamischen Märkten seien Innovationsanreize oft wichtiger als klassische Marktanteile. Die große Frage bleibt allerdings: Wie viel davon wird später tatsächlich praktische Bedeutung haben? Podszun hat Zweifel, ob die Guidelines den Alltag der Fusionskontrolle am Ende wirklich grundlegend verändern werden. Eine Folge über moderne Wettbewerbspolitik – und die Frage, wann „modern“ zu kompliziert wird.

    Weitere Hinweise:

    EU Draft Merger GuidelinesSCiDA Conference 2026: Shaping Competition in the Digital Age – Towards Best Practices

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    36 分
  • KI fördern, Benzinpreise senken, Haushalt retten – was kann das Kartellrecht?
    2026/05/07

    Rupprecht Podszun berichtet aus der KI-Kommission der Bundesregierung, die ihren Bericht „Wettbewerb und Künstliche Intelligenz“ vorgelegt hat. Die zentrale Botschaft: Wettbewerb ist kein Selbstläufer. Europa ist bei Chips, Cloud, Sprachmodellen, Daten und App-Stores stark von einzelnen US-Unternehmen abhängig. Gleichzeitig sieht die Kommission große Chancen für Europa – vor allem im industriellen Bereich. Entscheidend sei jetzt, Forschung, Unternehmen und Daten besser zusammenzubringen, statt immer neue Regeln zu produzieren.

    Außerdem geht es um die Untersuchung des Kraftstoffgroßhandels durch das Bundeskartellamt. Das OLG Düsseldorf hat Auskunftsbeschlüsse gegenüber Informationsdienstleistern im Kraftstoffmarkt vorläufig gestoppt – unter anderem wegen Bedenken zum Quellenschutz. Die Reaktion des Kartellamts: Stopp der strukturellen Maßnahmen nach § 32f GWB. Bedauerlich - finden jedenfalls die beiden Wettbewerbsprofessoren der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.Und dann steht da plötzlich noch ein Satz in der Begründung zum Energiesteuersenkungsgesetz: Gegenfinanzierung des Tankrabatts durch kartellrechtliche Maßnahmen gegen die Mineralölwirtschaft. Die Frage liegt auf dem Tisch: Wird das Kartellamt langsam zur Ersatzsteuerbehörde?

    Weitere Hinweise

    Handlungsempfehlungen der Expertenkommission KI &Wettbewerb

    ⁠Bundeskartellamt, Pressemeldung, Gericht stoppt Untersuchung des Kraftstoffgroßhandels

    OLG Düsseldorf, Pressemeldung, Eilentscheidung zur Untersuchung des Kraftstoffgroßhandels: Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Auskunftsbeschlüssen

    Gesetzentwurf zur Änderung des Energiesteuergesetzes zur temporären Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe


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    48 分
  • Hohe Spritpreise, große Zweifel – greift die Politik daneben?
    2026/04/22
    Die Spritpreise steigen – und die Politik reagiert. Mit viel Tatendrang, neuen Paragrafen, aber mit gemischten Erfolgsaussichten. Rupprecht Podszun und Justus Haucap schauen sich in dieser Folge an, was Berlin da gerade zusammenbaut – und ob das wirklich an der Zapfsäule ankommt.Im Zentrum stehen neue kartellrechtliche Werkzeuge: Das Bundeskartellamt soll nach Sektoruntersuchungen schneller eingreifen können, wenn Wettbewerbsstörungen vermutet werden. Klingt entschlossen – überzeugt die beiden aber nur bedingt.Noch mehr Stirnrunzeln gibt es beim neuen § 29a GWB: Kostenkontrolle auf vorgelagerten Marktstufen wie Raffinerien und Großhandel. Unternehmen sollen offenlegen, wie ihre Preise zustande kommen. Transparenz klingt gut – bis man sich fragt, wer hier eigentlich welche Daten in welcher Detailtiefe herausgeben soll, ohne gleich die eigenen Geschäftsgeheimnisse mitzuliefern.Währenddessen wächst der politische Druck auf das Bundeskartellamt. Doch Podszun und Haucap stellen klar: Nur weil der Benzinpreis steigt, ist das noch kein Beweis für kaputten Wettbewerb. Und das Kartellamt ist keine Preisbehörde – auch wenn man es offenbar gern dazu machen würde.Für besondere Gesichtsausdrücke sorgt ein alter Bekannter: der Tankrabatt. Seine mögliche Rückkehr lässt bei Ökonomen zuverlässig die Augenbrauen wandern. Haucaps Urteil ist entsprechend knapp: „die schlechteste aller Ideen“.Im zweiten Teil wird es etwas grundsätzlicher: Podszun trifft Margrethe Vestager, Haucap wandelt auf den Spuren von Franz Böhm. Beide eint ein selten gewordener Konsens: Ohne eine verlässliche rechtsstaatliche Ordnung geht’s nicht.Jetzt reinhören – bevor der nächste Preissprung kommt.
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    37 分
  • Benzinpreise außer Kontrolle – kann das Kartellrecht helfen?
    2026/03/25

    Hohe Benzinpreise – und die Politik greift zum Kartellrecht. Aber bringt das wirklich Entlastung an der Zapfsäule?Rupprecht Podszun und Justus Haucap, die Wettbewerbsexperten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, diskutieren die Reformideen, die derzeit in Berlin verhandelt werden: Eine Begrenzung von Preiserhöhungen auf einmal täglich sieht zumindest Justus Haucap skeptisch. Das Modell wurde in Österreich erprobt und hat dort nicht nachweisbar zu positiven Effekten geführt. Mehr Hoffnung setzen sie in die beiden anderen diskutierten Maßnahmen: § 29a GWB und das New Competition Tool (§ 32f GWB) – auch wenn klar ist: Preiswunder sollte man nicht erwarten. Die neuen Instrumente könnten aber helfen, strukturelle Wettbewerbsprobleme auf vorgelagerten Marktstufen wie Raffinerien und Großhandel aufzubrechen.Außerdem: Eindrücke von der Internationalen Kartellkonferenz (IKK) in Berlin. Der Tenor: Wettbewerb hat es schwerer denn je. Die Kartellrechtsdurchsetzung gerät unter Druck, die Unabhängigkeit der Behörden steht zur Debatte – und das Kartellrecht droht zunehmend politisiert zu werden. Jetzt also schnell reinhören – bevor der nächste Preissprung kommt.Weitere InformationenD-Kart Conference Debriefing IKK 2026

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    35 分
  • Inside Kartellbekämpfung – die Arbeit eines Kartell-Cops (mit Dr. Katrin Roesen)
    2026/03/10

    Wie deckt man eigentlich ein Kartell auf? Und was passiert, wenn beim Bundeskartellamt der Verdacht auf geheime Preisabsprachen aufkommt? In dieser Folge von Bei Anruf Wettbewerb sprechen Rupprecht Podszun und Justus Haucap mit Katrin Roesen, Leiterin der Sonderkommission Kartellbekämpfung (SKK) beim Bundeskartellamt. Wenn sie eingeschaltet wird und die Teams des Bundeskartellamts ausschwärmen, geht es um die harten Fälle der Kartellrechtsdurchsetzung: Durchsuchungen organisieren, Beweise sichern, Absprachen aufdecken.

    Die promovierte Juristin gibt einen seltenen Einblick in die Praxis der Kartellverfolgung. Sie erklärt, wie solche Dawn Raids vorbereitet und koordiniert werden, ohne dabei die Grundrechte jedes einzelnen aus dem Blick zu verlieren.

    Außerdem sprechen die drei über die Werkzeuge der Kartellaufklärung, die Digitalisierung und Beweissicherung im Home Office. Wie entstehen Preisabsprachen heute – über Plattformen, Messenger oder algorithmische Systeme? Und was bedeutet es für das Kartellrecht, wenn digitale Agenten kollusive Preise erzeugen? Und welche Kartelle gibt es außer Preisabsprachen? Und wo übernachtet man in der Stadt mit Q?

    🎧 Die Praxis der Kartellverfolgung – in der neuen Folge von Bei Anruf Wettbewerb.

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    1 時間 1 分