エピソード

  • „Musik im Gendertakt“ – zu Besuch bei der Musikwissenschaftlerin Eva Rieger
    2026/01/13

    Dr. Eva Rieger (*1940) ist vor allem als Wagner-Expertin bekannt. Doch schon seit den 1970er Jahren beschäftigt sie sich auch mit der (verborgenen) Rolle der Frauen in der Musik. Jetzt zieht sie in ihrem jüngsten Buch Resümee: Frauen seien inzwischen viel mutiger und in den Konzertsälen präsenter. Gleichzeitig lebten die Geschlechterklischees unterschwellig in der Musik weiter. Ich besuche Eva Rieger in Liechtenstein, wo sie seit 2000 im Haus ihrer verstorbenen Partnerin lebt. Mit ihr gemeinsam hat sie die Mariann-Steegmann-Foundation gegründet. In unserem Gespräch erzählt Rieger von ihrer Geburt in einem britischen Internierungslager, dem Aufwachsen in einer Pfarrersfamilie und der Rückkehr 1953 ins noch stark zerstörte Berlin. Sie schwärmt von ihren Opernbesuchen in Ostberlin, den wichtigen Impulsen durch die Frauenbewegung und dem Glück, Wagners Wandertouren in den Schweizer Bergen nachzugehen und zu schreiben. Aber sie sagt auch, dass sie müder wird.

    Eva Rieger: 50 Jahre Frauen- und Genderforschung in der Musik, 1976-2026 - erscheint im Frühjahr 2026

    www.eva-rieger.de

    „Der Marsch der Frauen“ von Ethel Smyth - Glasgow University Chapel Choir

    Das Gespräch habe ich im August 2025 geführt.

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    1分未満
  • „Eine Geburt ist ein kraftvoller Akt“ - Zu Besuch bei der Hebamme Brigitte Kette
    2025/11/27

    Brigitte Kette (*1945) hat die Medikalisierung der Geburtshilfe direkt miterlebt. In ihren 45 Berufsjahren half sie mehreren tausend Kindern auf die Welt – zuerst in der Klinik, später dann als Hausgeburtshebamme. Als junge Hebamme in den 1960er Jahren war sie entsetzt, wie respektlos Gebärende oft behandelt wurden. Dann zog zunehmend Technik in den Kreißsaal ein und diktierte den Ablauf der Geburten. Bis heute. Dabei bräuchten Frauen vor allem professionelle Begleitung und Ermutigung. So werde die Geburt zu einem erfüllenden Erlebnis auch für den Partner, sagt Brigitte Kette. In dem Podcast erzählt sie außerdem über ihr Aufwachsen auf dem Land, ihre eigenen Geburten und wie eine Trennung zur Umorientierung führte. Außerdem engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe und genießt das Leben.

    Das Gespräch habe ich im August 2025 geführt.

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    1 時間 10 分
  • „Über Schuld und Erinnern“ - Zu Besuch bei der Filmemacherin Gerburg Rohde-Dahl
    2025/09/19

    Gerburg Rohde-Dahl (*1938) wechselte mit 65 Jahren Wohnort und Genre. Statt weiter Kinder- und Jugendfilme für das ZDF zu drehen, beschäftigt sie sich fortan mit deutscher Schuld und den Herausforderungen des Erinnerns für nachfolgende Generationen. In ihrem Film „Das weite Feld“ dokumentiert sie die Errichtung des Holocaust Mahnmals in Berlin und reflektiert über ihre frühe Kindheit im besetzten Polen. „Darf ich glücklich sein trotz der Grausamkeiten rundherum“, fragt sie sich rückblickend. Ein weiterer Film erzählt die verstörende Geschichte einer KZ-Aufseherin aus Ravensbrück, die nach dem Krieg von ihren eigenen Gefangenen befreit worden ist. Rohde-Dahl interessiert Ambivalenz. Sie fragt nach politischen Strukturen, die „das Böse“ im Menschen begünstigen und letzten Endes zum Zivilisationsbruch führen. Miteinander reden ist für sie zentral. Auch jetzt, wo im Nahen Osten nur noch Bomben sprechen. Seit Jahren begleitet sie eine Friedensinitiative, in der junge Israelis, Palästinenser und Deutsche sich begegnen und miteinander über eigene Schmerzen und Narrative sprechen. In dem Podcast erzählt sie auch Persönliches, über das Leben mit ihren beiden Kindern als alleinerziehende Mutter, über die Zeiten der Einsamkeit und Verzweiflung und das bei sich Ankommen im Alter.

    Filmtipps:

    www.rohdedahl.de

    Film: „Along the river”: https://vimeo.com/1091458708

    www.friendshipacrossborders.net

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    1 時間 15 分
  • „Wir waren eingezwängt zwischen Sexikonen und Bigotterie“ – Zu Besuch bei der Schriftstellerin Elfi Conrad
    2025/07/28

    Elfi Conrad (*1944) hat mit fast 80 einen Bestseller gelandet. In ihrem Debütroman „Schneeflocken wie Feuer“ erzählt sie aus Sicht der älteren Frau die (autofiktionale) Geschichte der 17-jährigen Dora, die in der tristen Enge einer westdeutschen Kleinstadt ihre Körperlichkeit und Raffinesse ausprobiert. Sie will kein Opfer sein. Mit Schmollmund, Petticoat und Stöckelschuhen verführt sie einen Lehrer und rächt sich so an der männlich-autoritären Dominanz der Nachkriegsjahre. In ihrem 2025 veröffentlichten Buch „Als sei alles leicht“ schreibt Conrad über Vertreibung und Flucht und auch hier spielen Erotik, Zwang und Gewalt eine Rolle. Conrad hat Deutsch und Musik studiert, viele Jahre als Lehrerin und Dozentin gearbeitet und nach der Pensionierung angefangen, Romane zu schreiben. Im Podcast erzählt sie, wie sie auf Twitter entdeckt wurde, redet über ihre Freude am Schreiben, ihre Widerständigkeit und Disziplin und welche Herausforderungen junge Frauen durch die All Präsenz der sozialen Medien heute haben.

    Elfi Conrad, Schneeflocken wie Feuer, 2023 – jetzt als Taschenbuch erhältlich

    Als sei alles leicht, 2025

    Das Gespräch habe ich im Juni 2025 geführt.

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    1 時間 9 分
  • „In Berlin fühle ich mich inzwischen zu Hause“ - Zu Besuch bei der Psychotherapeutin Sema Yilmaz-Karasu
    2025/05/21

    Die Psychologin Sema Yilmaz- Karasu (1948) kennt sich in der türkischen und deutschen Kultur gut aus. 1980 zog die alleinerziehende Mutter von Istanbul nach Westberlin und baute dort ein psycho-soziales Hilfe-Netzwerk für türkische Einwandererfamilien auf. Für diese Pionierarbeit wurde sie 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen erzählt sie, wie sie schon in den 1970er Jahren in einem großen Istanbuler Nervenkrankenhaus Gastarbeiterinnen mit „Heimwehkrankheit“ behandelte. In Westberlin traf sie dann auf viele verunsicherte und entwurzelte Migrant*innen und zerrissene Familien, die keinen Zugang zu den deutschen Beratungsangeboten fanden. Yilmaz-Karasu arbeitete jahrelang als Psychotherapeutin in einer Familienberatungsstelle und später als niedergelassene Psychoanalytikerin. In unserem Gespräch beschreibt sie den Prozess der Integration über mehrere Einwanderergenerationen hinweg und betont, wie wichtig das Gefühl der Zugehörigkeit und familiären Bindung für die seelische Gesundheit sei. Yilmaz- Karasu erzählt auch von sich persönlich, wie herausfordernd ihr Leben als alleinerziehende Mutter und türkische Migrantin in Westberlin war. Sie erinnert sich an ihre jungen Jahre in Istanbul, wo sie schon gegen Diskriminierung und für Gerechtigkeit kämpfte. Inzwischen lebt sie in Bodrum und in Berlin und freut sich nach einem arbeitsreichen und bewegten Leben endlich frei von Verpflichtungen zu sein.

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    1 時間 15 分
  • „Mir gefiel nicht, dass ich als Mutter plötzlich überall an Wände stieß“ - Ein Treffen mit Gisela Erler, Unternehmerin, Familienforscherin und Politikerin
    2025/03/31

    Gisela Erler (*1946) ist eine tatkräftige Frau. Sie hat 1991 den erfolgreichen „pme-Familienservice“ gegründet, der Eltern unterstützt, Familie und Beruf zu vereinbaren. Zuvor hatte die Familienforscherin selbst erlebt, wie Mütter ausgegrenzt werden. Mit anderen Frauen zusammen verfasste sie deshalb 1987 das auch in der Frauenbewegung heißdiskutierte „Müttermanifest“. Darin forderte sie strukturelle Veränderungen und mehr Gehör in der Politik. Mit 65 Jahren ging sie selbst aktiv in die Politik und wurde „Staatsrätin für Bürgerbeteiligung“ in der grünen Landesregierung Baden-Württemberg. In unserem Gespräch erzählt Erler außerdem, was sie von ihrem berühmten Vater, dem SPD-Politiker Fritz Erler gelernt hat, wie sie als Studentin den linken Trikontverlag mitgründete, der u.a. die „Maobibel“ verlegte – ein Bestseller in den 1970er Jahren.

    Gisela Erler, Demokratie in stürmischen Zeiten – Für eine Politik des Gehörtwerdens – Politische Erinnerungen, Herder Verlag 2024

    Das Gespräch habe ich im März 2025 geführt.

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    1 時間 12 分
  • „Es war eine solche Aufbruchstimmung in der Zeit der Wende“ - Zu Besuch bei der Dresdner Ärztin Christa Schulze
    2025/01/21

    Dr. Christa Schulze (*1936) liebte ihren Beruf. Sie war zur Zeit der Wiedervereinigung leitende Oberärztin in der Dresdner Frauenklinik und erlebte hautnah die Privatisierung des Gesundheitssystems. Die Herausforderungen und Probleme habe sie nicht vorausgesehen. Vor allem Frauen, die in der DDR relativ gleichberechtigt waren, traf die Arbeitslosigkeit. Die Mutter des Schriftstellers Ingo Schulze erzählt von ihrem Alltag in der DDR, wie sie ihren Sohn alleine großgezogen hat und wie wichtig in ihrem Leben Kunst und Kultur sind. Und sie erinnert sich an ihren Vater, den Flugzeugbauer, mit dem die gesamten Familie nach dem Krieg in die Sowjetunion verschleppt wurde und wie sie sich als Kinder dort trotzdem frei fühlten.

    Das Gespräch habe ich im August 2024 aufgezeichnet.

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    1 時間 12 分
  • „Trotz alledem – das Leben ist die Feier wert!“, Zu Besuch bei der Sozialwissenschaftlerin Annelie Keil
    2024/12/03

    Teil 2 des Gesprächs mit der Sozialwissenschaftlerin Annelie Keil

    Prof. Dr. Annelie Keil (*1939) erzählte in der letzten Episode (# 6) wie die aktuellen Bilder von Krieg und Zerstörung ihre frühen Kindheitserfahrungen mobilisiert und sie in eine tiefe Krise gestürzt haben. Sie beginnt eine Traumatherapie und sucht den Ort in Polen auf, in dem sie fünf Jahre im Kinderheim gelebt hat. In dieser Folge berichtet sie über diese Polenreise, über den freundlichen Empfang vor Ort und über Informationen, die ihre Mutter noch einmal in neuem Licht erscheinen lassen. Sie hat wieder Mut gefasst. Wir reden über Schutzengel, heilige Räume, Rituale und das Sterben. Ihren 85. Geburtstag hat Annelie noch einmal groß gefeiert - mit dem Gefühl der Dankbarkeit.

    Das Gespräch habe ich im Oktober 24 geführt.

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    1 時間 15 分