ADHS bei Erwachsenen: Modediagnose oder jahrelang übersehen? | Prof. Alexandra Philipsen
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Fast 200 Prozent mehr ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen in nur zehn Jahren. Modediagnose oder überfällige Korrektur? Wir haben mit einer der führenden ADHS-Forscherinnen Europas gesprochen: Prof. Dr. Alexandra Philipsen, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn..
Es geht um die Frage, woran man ADHS im Erwachsenenalter überhaupt erkennt, warum Frauen im Schnitt Jahre später diagnostiziert werden, was hinter dem Krankheitsbild neurobiologisch steckt und warum es kein ADHS gibt, das erst mit 35 beginnt. Wir sprechen über ihre eigene COMPAS-Studie und was sie über die Grenzen der Psychotherapie verraten hat, über die großen Mythen rund um Stimulanzien und darüber, warum ausgerechnet der TikTok-Hype dem Thema schaden kann.
Eine Folge für alle, die sich schon mal gefragt haben: Bin das vielleicht ich?
Hinweis: Diese Folge ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Sie dient der Information und Aufklärung. Wer den Verdacht auf ADHS hat, sollte sich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachperson wenden.
Gast:
Prof. Dr. med. Alexandra Philipsen ist Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und eine der führenden Forscherinnen zu ADHS im Erwachsenenalter in Europa. Sie leitete unter anderem die COMPAS-Studie, eine der größten deutschen Therapiestudien zu ADHS bei Erwachsenen.
Kapitel
00:00 Cold Open
01:30 Hat plötzlich jeder ADHS – oder haben wir es übersehen?
02:25 Wie Prof. Philipsen zum Thema kam
04:24 „Verwächst sich"? Was ADHS wirklich ist
06:37 Warum Menschen mit ADHS früher versterben
08:26 Die medizinische Ursache: Genetik, Dopamin, Bildgebung
13:07 ADHS bei Frauen und warum sie oft fehldiagnostiziert werden
15:41 Wo verläuft die Grenze zum Normalen?
20:10 Wie eine seriöse Diagnostik abläuft
21:41 Lifestyle-Diagnose? ADHS und Social Media
23:48 Kindheit oder Erwachsenenalter: Gibt es Late-Onset-ADHS?
26:33 Die COMPAS-Studie: Medikament vs. Psychotherapie
31:17 Mythen: Abhängigkeit, Persönlichkeitsveränderung, Hirndoping
33:21 Was Stimulanzien wirklich im Gehirn machen
35:02 Therapie im Alltag und Medikamenteneinstellung
38:33 Die häufigsten Behandlungsfehler
40:43 Warum manche erfolgreich sind und andere nicht
42:59 Gesellschaftliche Wahrnehmung und der TikTok-Effekt
44:47 Zukunft der Therapie: Neurostimulation und KI
46:32 Fazit von Nils und Leo