#276 Stigma & Psychologisierung bei ME/CFS & Long Covid (mit Mirja Nicolas und Ronja Büchner)
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Die Geschichten, die in diesem Podcast erzählt werden, handeln oft davon, wie Dinge besser werden. Insbesondere wie Genesung von einer Suchterkrankung dazu führt, dass Menschen stärker, gesünder und selbstbestimmter werden – Aber was ist mit Erkrankungen, die sich diesem »Recovery-Narrativ« verweigern? Wir wollen den ME/CFS-Awareness-Month dafür nutzen, über diese Fragen zu sprechen. Dafür haben wir die beiden Expertinnen Mirja Nicolas und Ronja Büchner eingeladen. Beide forschen zum Thema Stigmatisierung und Psychologisierung Betroffener.
Falls ihr euch weiter informieren möchtet, hier findet ihr den frei verfügbaren Essay »Welche Rolle spielt „die Psyche“? Long COVID und ME/CFS als Prüfsteine für eine evidenzbasierte und patient*innenorientierte Psychiatrie und Psychotherapie«: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-2866-9127.pdf
Psychologisierung: Psychologisierung bedeutet zum einen, körperliche Erkrankungssymptome hauptsächlich oder ausschließlich als psychisch verursacht zu deuten, obwohl es klare Hinweise auf biologische Ursachen gibt. Es kann aber auch heißen, dass man psychische Faktoren überbewertet. Zum Beispiel wenn es um die Entstehung, Chronifizierung oder Aufrechterhaltung der körperlichen Symptome geht. Im Zusammenhang mit ME/CFS und Long Covid heißt das zum Beispiel, dass Beschwerden (subtil oder direkt) auf Stress, Angst, Depression, falsche Gedankenmustern oder Vermeidungsverhalten geschoben werden.
Medical Gaslighting bedeutet, dass reale gesundheitliche Beschwerden von medizinischem Personal wiederholt als eingebildet, übertrieben oder rein psychisch dargestellt werden, sodass Betroffene an sich selbst zweifeln.
PEM steht für Post-Exertional Malaise – bedeutet eine häufig zeitversetzt eintretende, unverhältnismäßige Verschlechterung des Zustands nach körperlicher oder kognitiver Aktivität, nach emotionaler Belastung oder durch zu viele Reize Es ist das Kernmerkmal von ME/CFS und kommt auch bei einem Teil der Long-Covid-Betroffenen vor.
Pacing bedeutet, sich die eigene Energie sehr sorgsam einzuteilen, um auf jeden Fall unter der eigenen Belastungsgrenze zu bleiben. Ziel ist, auf diese Weise weitere Verschlechterungen (Crashes) zu vermeiden.
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