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#008 – Integrierte Projektabwicklung: Warum Bauen neu gedacht werden muss

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Egal wie krank ein System von außen wirkt – wenn es Bestand hat, hat es einen Grund. Wem nutzt es? Mit diesem Satz bringt Michael Fuchs auf den Punkt, warum sich das klassische Vergabemodell in der Bauwirtschaft so hartnäckig hält: Nachforderungsmanagement ist einkalkuliert, Schuldzuweisungen sind Teil des Spiels, und alle wissen es. Die Elbphilharmonie ist ein berühmtes Symptom – aber kein Einzelfall. Integrierte Projektabwicklung (IPA) ist der Versuch einer strukturellen Antwort darauf. Ein Vertragsmodell, das Anreize so setzt, dass kooperatives Verhalten sich wieder lohnt. In Deutschland noch relativ neu – in Australien, Norwegen und Schweden längst erprobt. Michael Fuchs ist Head of Strategic & Practice Change Management bei der Deutschen Bahn, einem der ersten großen Auftraggeber in Deutschland, der IPA aktiv einsetzt. Er war selbst auf der Baustelle dabei, als das erste IPA-Projekt der Bahn ins Stocken geriet – nicht wegen des Vertrags, sondern weil dreißig Jahre alte Verhaltensmuster stärker waren als zehn Seiten Kooperationsvereinbarung. Sein Team wurde gerufen, um genau das zu verändern. In diesem Gespräch geht es um die Mechanik von IPA, um die Psychologie des Bauens, um Verhandlungsführung, Urteilsvermögen – und um die Frage, was Unternehmen heute tun können, um sich für kooperativere Formen der Zusammenarbeit zu rüsten, auch ohne das nächste Großprojekt vor der Tür.
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