Völler, Mourinho, Nagelsmann: Darüber redet die Fußballwelt
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Heute Morgen, wenn Ihr den Newsletter in der Früh lest, befinde ich mich schon im Flieger Richtung New York City. Zur Vorbereitung auf den Fußball-Sommer habe ich mir in letzter Minute die ARD-Doku zum WM-Desaster 1994 reingezogen. Die erzählt im Detail vom Niedergang des damaligen Weltmeisters in den USA.
So ein Absturz kann Deutschland 2026 nicht passieren: Wir haben seit den Blamagen von 2018 und 2022, als in der Vorrunde Schluss war, nicht viel zu verlieren. Schon der unvermeidbare Rutsch ins Sechzehntelfinale (auf Deutsch: Runde der letzten 32 Teams) wäre eine enorme Leistungssteigerung.
Die ARD-Doku rief mir in Erinnerung, wie wichtig die Rolle des Bundestrainers bei einer Horde von zwei Dutzend Spielern plus Mitarbeitern ist. Berti Vogts bekam damals die Egoismen und Eitelkeiten seiner Stars nicht unter Kontrolle, der Streit um die Spielerfrauen raubte ihm Nerven, Autorität und beinahe den Job.
Heute wäre Julian Nagelsmann froh, wenn Deutschland wie 1994 überhaupt das Viertelfinale erreichte. Das haben wir zuletzt bei einer WM 2014 geschafft - als wir später Weltmeister wurden. Unsere Erwartungen sind demnach überschaubar. Wir können jeden Gegner schlagen. Aber leider auch gegen jeden verlieren.
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Vor 32 Jahren war DFB-Direktor Rudi Völler als Nationalspieler live dabei, als die Vogts-Truppe mit dem wohl besten Kader des Turniers sang- und klanglos den WM-Titel verlor. Vielleicht sollte er die ARD-Doku aufs Tagesprogramm unserer aktuellen Nationalmannschaft setzen, damit sich das Malheur nicht wiederholt.
Hitze, Zeitverschiebung, Selbsteinschätzung: Es gibt ausreichend Gründe, etwas pessimistisch auf die WM 2026 zu blicken. Ich mache hier mal das Gegenteil: Warum sollen wir nicht optimistisch sein und an die Stärke der Nagelsmann-Truppe glauben? Denn auch das ist wahr: Krisen hat sie immer gut gemeistert.
Und die deutschen Fans verlangen ja nicht viel. In der repräsentativen Umfrage des WM-Barometers wollen sie drei Dinge sehen: "kämperischen Einsatz" (74,8 %), "leidenschaftliches Auftreten" (72,0 %) und "unbedingten Siegeswillen" (61,2 %). Das sollte zum WM-Auftakt am Sonntag gegen Curacao machbar sein.
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